ESG-Reporting

Doppelte Wesentlichkeit

CSRD-Prinzip: Inside-out (Impact auf Umwelt) und Outside-in (Risiko für Unternehmen)

Was ist doppelte Wesentlichkeit?

Doppelte Wesentlichkeit ist ein Konzept der CSRD. Es verlangt, dass Unternehmen zwei Perspektiven betrachten:

1. Inside-out (Impact-Perspektive)

Welchen Einfluss hat euer Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft?

  • Beispiele: CO2-Emissionen, Abfall, Arbeitsbedingungen, Menschenrechte
  • Frage: "Wie beeinflusst unser Unternehmen die Welt?"

2. Outside-in (Financial Materiality)

Welchen Einfluss haben ESG-Risiken auf euer Unternehmen?

  • Beispiele: Klimarisiken (Überschwemmungen), Lieferanten-Ausfälle, Regulierung
  • Frage: "Wie beeinflussen ESG-Risiken unser Geschäft?"

Warum ist doppelte Wesentlichkeit wichtig?

Die doppelte Wesentlichkeit ist ein Kern-Prinzip der CSRD. Für KMU (VSME) ist sie vereinfacht – aber das Konzept bleibt relevant:

  • Vollständige Sicht: Ihr betrachtet ESG aus zwei Richtungen
  • Risiko-Management: Ihr erkennt ESG-Risiken für euer Geschäft
  • Impact-Transparenz: Ihr zeigt, wie ihr Umwelt und Gesellschaft beeinflusst

Beispiel: Müller GmbH

Die Müller GmbH (25 Mitarbeiter, Maschinenbau) analysiert ihre ESG-Themen nach doppelter Wesentlichkeit:

1. Inside-out (Impact auf Umwelt/Gesellschaft)

Thema Impact
CO2-Emissionen Hoch (150 tCO2e/Jahr)
Arbeitssicherheit Positiv (0 Unfälle)
Abfall Niedrig (100% recycelt)

2. Outside-in (Risiko für Unternehmen)

Thema Risiko
Klimarisiken Mittel (Hitze im Sommer → Kühlbedarf)
Lieferanten-Ausfälle Hoch (abhängig von 2 Hauptlieferanten)
Regulierung Mittel (CO2-Preise könnten steigen)

3. Maßnahmen

  • Inside-out: PV-Anlage installieren → CO2 reduzieren
  • Outside-in: Zweiten Lieferanten für Stahl qualifizieren → Risiko senken

Mit easy ESG führt die Müller GmbH eine vereinfachte Wesentlichkeitsanalyse durch.

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