KI-Verordnung

KI-Inventar

Übersicht aller KI-Systeme mit Zweck, Risiko und Compliance-Status (AI Act Art. 4)

Was ist ein KI-Inventar?

Ein KI-Inventar ist eine strukturierte Übersicht aller KI-Systeme, die ein Unternehmen nutzt oder entwickelt. Es dokumentiert für jedes System:

  • Zweck: Wofür wird die KI eingesetzt? (z.B. Texterstellung mit ChatGPT, Übersetzungen mit DeepL)
  • Risikoklasse: Ist die KI minimal, begrenzt, hoch- oder inakzeptabel riskant nach der KI-Verordnung?
  • Compliance-Status: Wurden alle erforderlichen Maßnahmen umgesetzt?

Das KI-Inventar ist das Fundament für eure KI-Compliance. Ohne zu wissen, welche KI-Systeme ihr nutzt, könnt ihr die Anforderungen der KI-Verordnung nicht erfüllen.

Warum ist das wichtig?

Die EU-KI-Verordnung fordert von allen Unternehmen, die KI nutzen:

  • Transparenz: Ihr müsst wissen, welche KI-Systeme ihr einsetzt
  • Risikobewertung: Für jedes System muss die Risikoklasse dokumentiert sein
  • Schulung: Mitarbeiter müssen über die genutzten KI-Systeme informiert sein (Art. 4 KI-VO)

Ein KI-Inventar gibt euch den Überblick – und zeigt Prüfern, dass ihr eure Compliance ernst nehmt.

Wie erstelle ich ein KI-Inventar?

Ein KI-Inventar zu erstellen dauert 30 Minuten bis 1 Stunde. Folgt diesen Schritten:

Schritt 1: KI-Systeme identifizieren

Geht durch eure Unternehmensbereiche und fragt:

  • Welche KI-Tools nutzen wir? (ChatGPT, Copilot, DeepL, ...)
  • Wo setzen wir KI ein? (Texterstellung, Übersetzung, Kundenservice, ...)
  • Gibt es KI in unseren eigenen Produkten?

Schritt 2: Zweck dokumentieren

Für jedes System:

  • Wofür nutzen wir es? (z.B. "ChatGPT für Blog-Artikel-Entwürfe")
  • Wer nutzt es? (z.B. "Marketing-Team, 3 Personen")

Schritt 3: Risikoklasse bestimmen

Die KI-Verordnung unterscheidet 4 Risikoklassen:

  • Inakzeptabel: Verboten (z.B. Social Scoring)
  • Hoch: Strenge Auflagen (z.B. HR-Entscheidungen, Kreditvergabe)
  • Begrenzt: Transparenzpflicht (z.B. Chatbots)
  • Minimal: Keine besonderen Pflichten (z.B. ChatGPT, DeepL)

Die meisten KMU nutzen nur KI mit minimalem Risiko.

Schritt 4: Compliance-Status tracken

Für jedes System dokumentieren:

  • Wurden Mitarbeiter geschult?
  • Ist die Transparenzpflicht erfüllt (falls Chatbot)?
  • Gibt es eine Risikobewertung (falls Hochrisiko)?

Beispiel: KI-Inventar Müller GmbH

Die Müller GmbH (25 MA, Maschinenbau) nutzt 5 KI-Systeme:

KI-System Zweck Risikoklasse Status
ChatGPT Marketing-Texte, E-Mails Minimal Schulung ✓
DeepL Übersetzungen Minimal Schulung ✓
GitHub Copilot Code-Completion Minimal Schulung ✓
Grammarly Rechtschreibprüfung Minimal Schulung ✓
Crisp Chatbot Kundenservice-Chat Begrenzt Transparenzhinweis ✓

Ergebnis: Alle Systeme haben minimales bis begrenztes Risiko. Die Compliance ist mit Geführter Erfassung in 1 Stunde erledigt.

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