KI-Verordnung

KI-Anbieter

Unternehmen, das KI-Systeme entwickelt oder verkauft (Art. 3 Nr. 3 AI Act) – trägt Hauptverantwortung für Konformität und Sicherheit

Was ist ein KI-Anbieter?

Ein KI-Anbieter (engl. Provider) ist laut AI Act (Artikel 3 Nr. 3) jede natürliche oder juristische Person, die ein KI-System entwickelt oder auf dem Markt bereitstellt.

Beispiele:

  • OpenAI (Entwickler von ChatGPT)
  • DeepL GmbH (Übersetzungs-KI)
  • GitHub (Copilot)
  • HubSpot (Marketing-Automatisierung mit KI)

Warum ist das wichtig?

KI-Anbieter tragen die Hauptverantwortung für die Konformität ihrer Systeme mit dem AI Act. Sie müssen sicherstellen, dass ihre KI-Systeme:

  • Sicher sind
  • Die Risikoklasse korrekt dokumentieren
  • CE-Kennzeichnung haben (bei Hochrisiko-KI)
  • Transparenz gewährleisten

KI-Anbieter vs. KI-Betreiber

Rolle Beschreibung Beispiel
KI-Anbieter Entwickelt/verkauft KI-Systeme OpenAI entwickelt ChatGPT
KI-Betreiber Nutzt KI-Systeme Müller GmbH nutzt ChatGPT

Wichtig: Die meisten KMU sind KI-Betreiber, nicht KI-Anbieter. Ihr seid nur KI-Anbieter, wenn ihr selbst KI-Systeme entwickelt und verkauft.

Wann bin ich KI-Anbieter?

Ihr seid KI-Anbieter, wenn ihr:

  • Ein eigenes KI-System entwickelt (z.B. Chatbot, Empfehlungssystem)
  • Dieses System verkauft oder vermarktet
  • Das System als Teil eures Produkts anbietet

Ihr seid KEIN KI-Anbieter, wenn ihr:

  • Nur KI-Tools von Dritten nutzt (z.B. ChatGPT, DeepL)
  • Ein KI-System intern nutzt, aber nicht verkauft

Beispiel: Schmidt Software GmbH

Die Schmidt Software GmbH entwickelt eine CRM-Software mit KI-basierter Lead-Priorisierung. Sie verkaufen die Software an andere Unternehmen.

Rolle: KI-Anbieter

Pflichten:

  • Risikobewertung des KI-Systems
  • Technische Dokumentation erstellen
  • CE-Kennzeichnung (falls Hochrisiko-KI)
  • Nutzer informieren (Transparenzpflicht)
  • Überwachung nach Markteinführung

Gegenbeispiel: Müller GmbH

Die Müller GmbH nutzt ChatGPT für Marketing-Texte und DeepL für Übersetzungen.

Rolle: KI-Betreiber (NICHT KI-Anbieter)

Pflichten:

  • KI-Inventar erstellen
  • Mitarbeiter schulen
  • Transparenzpflicht erfüllen (falls Chatbot)

Pflichten für KI-Anbieter

KI-Anbieter haben deutlich mehr Pflichten als KI-Betreiber:

  • Risikomanagement: Kontinuierliche Überwachung und Bewertung
  • Datenqualität: Hochwertige, repräsentative Trainingsdaten
  • Dokumentation: Umfassende technische Dokumentation
  • Transparenz: Nutzer müssen über KI-Nutzung informiert werden
  • Menschliche Aufsicht: Menschen müssen eingreifen können
  • CE-Kennzeichnung: Bei Hochrisiko-KI erforderlich
  • Marktüberwachung: Überwachung nach Markteinführung

Bußgelder für KI-Anbieter

Der AI Act sieht hohe Bußgelder vor:

  • Bis zu 35 Millionen Euro oder 7% des Jahresumsatzes (bei verbotenen Systemen)
  • Bis zu 15 Millionen Euro oder 3% des Jahresumsatzes (bei Hochrisiko-KI-Verstößen)

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